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Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung: Was lohnt sich 2026?
Artur Sommerfeld
Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung: Was lohnt sich 2026? Diese Frage müssen Sie dem Netzbetreiber bereits vor der Inbetriebnahme Ihrer Photovoltaikanlage beantworten. Soll die Anlage den gesamten Strom ins Netz einspeisen oder nur den Überschuss? Die Entscheidung wirkt sich erheblich auf die Wirtschaftlichkeit aus und lässt sich später nur zum Jahreswechsel korrigieren. Wir erklären Ihnen den Unterschied und zeigen, welches Modell sich für Ihren Haushalt rechnet.
Die zwei Einspeisemodelle im Überblick
Seit August 2022 können Betreiber einer Dachanlage zwischen zwei Modellen wählen. Bei der Überschusseinspeisung, oft auch Teileinspeisung genannt, verbrauchen Sie den Solarstrom zuerst selbst im Haus. Nur die Energie, die Sie nicht unmittelbar nutzen und auch nicht im Speicher unterbringen, fließt ins öffentliche Netz. Bei der Volleinspeisung dagegen geht der komplette erzeugte Strom direkt ins Netz. Sie verbrauchen nichts davon selbst und decken Ihren gesamten Haushaltsbedarf weiterhin mit Netzstrom. Für beide Modelle erhalten Sie eine gesetzlich garantierte Vergütung, deren Höhe vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängt und danach 20 Jahre konstant bleibt.
Die aktuellen Vergütungssätze 2026
Auf den ersten Blick wirkt die Volleinspeisung attraktiver, denn sie wird deutlich höher vergütet. Für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen Februar und Juli 2026 liegt die Überschusseinspeisung bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde, die Volleinspeisung dagegen bei 12,34 Cent pro Kilowattstunde. Der Satz für Volleinspeiser ist also fast doppelt so hoch. Ab August 2026 sinken beide Sätze im Zuge der halbjährlichen Degression erneut leicht, auf 7,71 beziehungsweise 12,23 Cent pro Kilowattstunde. Der bei Inbetriebnahme festgelegte Betrag bleibt Ihnen für die gesamten 20 Jahre erhalten, auch wenn die Sätze für neue Anlagen danach weiter fallen.
Neu: keine Vergütung bei negativen Strompreisen
Eine Änderung von 2025 betrifft beide Modelle. Neu in Betrieb genommene Anlagen ab 2 Kilowatt erhalten keine Einspeisevergütung mehr für Stunden, in denen der Börsenstrompreis negativ ist. Diese Stunden verfallen nicht, sondern verlängern den Förderzeitraum entsprechend. Volleinspeiser trifft die Regelung stärker, weil sie ihre gesamte Erzeugung vermarkten und vor allem in den sonnenreichen Mittagsstunden betroffen sind.
Warum die höhere Vergütung nicht automatisch gewinnt
Trotz des besseren Satzes gewinnt in den meisten Haushalten die Überschusseinspeisung, und das aus einem einfachen Grund. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ersetzt teuren Netzstrom. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent pro Kilowattstunde ist selbst genutzter Solarstrom damit etwa dreimal so viel wert wie die beste Volleinspeisungsvergütung. Sie sparen sich den Einkauf teurer Energie, statt sich mit einer vergleichsweise niedrigen Einspeisevergütung zufriedenzugeben. Bei einer 10-kWp-Anlage mit rund 30 Prozent Eigenverbrauch sparen Sie durch den vermiedenen Netzbezug deutlich mehr, als die höhere Volleinspeisung je einbringen würde.
Wann sich die Volleinspeisung dennoch rechnet
In bestimmten Fällen ist die Volleinspeisung die bessere Wahl. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn der Eigenverbrauch sehr gering ausfällt, also unter etwa 15 bis 20 Prozent liegt. Das trifft etwa auf Lagerhallen, Zweitwohnungen oder nicht dauerhaft bewohnte Gebäude zu, in denen tagsüber kaum Strom benötigt wird. Ebenso kommt sie für Dächer infrage, die eigens als reine Erzeugungsanlage errichtet werden. Ein weiterer Vorteil: Die Volleinspeisung ist steuerlich und abrechnungstechnisch oft einfacher zu handhaben. Für das klassische Einfamilienhaus mit normalem Tagesverbrauch überwiegen jedoch fast immer die Vorteile des Eigenverbrauchs.
Die Entscheidung will gut geplant sein
Die Wahl des Modells sollte vor dem Bau feststehen, denn sie beeinflusst die gesamte Auslegung der Anlage. Ein Wechsel ist zwar grundsätzlich jährlich möglich, mit Meldung an den Netzbetreiber bis zum 30. November für das Folgejahr, doch der Vergütungssatz bleibt an das Datum der Inbetriebnahme gebunden. Für die Überschusseinspeisung ist zudem ein Stromspeicher sinnvoll, weil er den Eigenverbrauch von rund 30 auf 60 bis 80 Prozent hebt und den wirtschaftlichen Vorteil weiter vergrößert. Wichtiger als das Feilschen um einzelne Cent ist ohnehin die passende Dimensionierung: Eine Anlage, die zu Ihrem Dach und Ihrem Verbrauch passt, bringt durch den Eigenverbrauch den größten Ertrag.
Die passende Auslegung mit Biber Photovoltaik
Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung: Was lohnt sich 2026? Das hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab, und genau dieses Profil ermitteln unsere TÜV-zertifizierten Fachberater bei Biber Photovoltaik für Sie. Wir kommen kostenlos zu Ihnen, prüfen Ihr Dach und Ihren Stromverbrauch und legen die Anlage so aus, dass Sie den größten wirtschaftlichen Nutzen erzielen, in der Regel durch einen hohen Eigenverbrauch mit passendem Stromspeicher. Auf Wunsch übernehmen wir auch die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister. Vereinbaren Sie jetzt einen kostenlosen Beratungstermin und lassen Sie sich von unseren Experten beraten.